Die Mama steht den ganzen Tag am Herd.
Sie kocht so gern
was anders hat s' nie glernt.
Der Bua wird immer fetter
er is schon blad wie a
Gasometer
er kommt in's Häusl nimmer eine
er muá noch
Windeln tragn mit neune.
Was am Tisch kommt
des wird gfressen
und wann net
dann wirst derstessn!
Groá und stark muá er wern
da hilft kein Jammern
da hilft kein Plärrn.
Der Papa kommt heim
grantig und müd.
Im Gschäft ham s'ihn den ganzen Tag traktiert.
Auf'n Chef hat er'n Zorn
die Watschn kriegt der
Bua.
Daheim spielt er den Herrn
der gfüllte Bua kann
sich net wehrn.
Auf's Häusl will er rennen
im Türstock bleibt er hängen.
Es is halt so im Leben: wer tretn wird
tut tretn.
Der Opa
ein General in Pension
der wünscht sich ein' Soldaten als Enkelssohn.
Der Bua muá strammstehn und dann mit'm Besen in
der Hand
mit'm Nachtscherbn auf der Birn muá er in's Häusl
einmarschiern.
Natürlich bleibt er stecken
der Bua kriegt die Deckn
und muá robben stundenlang rundherum um die
Chaiselongue.
Es gibt Kinder
die kommen ohne Schutzengel auf
d'Welt
und der Sandmann haut ihnen Reiánägel in d'Augen.
Unterm Christbaum liegt jedes Jahr ein Packerl
Tränen als Geschenk
und ein Märchenbuch
wo der Teufel immer gwinnt.Das Farbenspiel des Winds
Für dich bin ich nur eine Wilde.
Es ist klar das du so denkst, denn
du bist sehr viel gereist.
Doch sehe ich nicht ein,
wenn so wild ich dir erschein,
wie kommt's das du so vieles gar nicht weißt?
Gar nicht weißt?
Du landest hier und gleich gehört dir alles,
das Land ist für dich frei und nur noch Holz.
Doch jeder Stein und Baum und jedes Wesen,
hat sein Leben, seine Seele, seinen Stolz.
Für dich sind echte Menschen nur die Menschen,
die so denken und so aussehen wie du.
Doch folge nur den Spuren eines Fremden,
dann verstehst du und du lernst noch was dazu.
Kannst du hören wie der Wolf heult unterm Silbermond?
Und weißt du auch, warum der Luchs so grinst?
Kannst du singen wie die Stimmen in den Bergen?
Kannst du malen wie das Farbenspiel des Winds?
Kannst du malen wie das Farbenspiel des Winds?
Komm renn mit mir im Schattenlicht der Wälder,
probier' die süßen Beeren dieser Welt.
Komm wälze dich in ihrer reichen Vielfalt,
und du merkst, dass im Leben dir nichts fehlt.
Der Regen und der Fluss sind meine Brüder,
der Reiher und der Otter mein Geleit
und jeder dreht sich mit und ist verbunden
mit dem Sonnenrad, dem Ring der Ewigkeit.
Wie weit wachsen Bäume hinauf?
Doch wenn du sie fällst,
kriegst du's nie heraus.
Und vergessen sind die Wölfe und der Silbermond
und dass wir alle ebenbürtig sind.
Wir müssen singen wie die Stimmen in den Bergen,
müssen malen wie das Farbenspiel des Winds.
Fremde Erde ist nur Fremd,
wenn der Fremde sie nicht kennt,
drum gehört sie n